Ökologie & Umweltauswirkungen

Materialwirtschaft

Ein effizienter Ressourceneinsatz schont nicht nur Klima und Umwelt, auch wirtschaftliche Gründe sprechen dafür. Gut die Hälfte der Ausgaben für die Herstellung unserer Verpackungslösungen entfällt auf das Material. Allein aus diesem Grund ist unser Anreiz für die verantwortungsvolle Verwendung besonders groß.
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Beim Kauf von Neuware versuchen wir, möglichst regional zu handeln. Das heißt, wir bevorzugen weltweit Materiallieferanten in Werksnähe. Recyclingmaterialien beziehen wir sowohl von unseren eigenen Recyclingwerken als auch von Materiallieferanten.

Von 2018 bis 2020 ist unser Materialverbrauch für die direkte Erzeugung der ALPLA Kunststoffverpackungen um rund 0,5 Prozent gestiegen. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 2 173 000 Tonnen Kunststoff verarbeitet. Darin sind auch Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen enthalten. Der Anteil dieser biobasierten Materialien lag bei 0,1 Prozent oder 1200 Tonnen.

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Materialverbrauch nach Kunststoffarten

Der Materialverbrauch nach Kunststoffarten hat sich in den Berichtsjahren 2015 bis 2018 im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. Nach wie vor verarbeiten wir hauptsächlich PET (57 Prozent) und HDPE (36 Prozent). Recyclingmaterialien haben dabei einen Anteil von 13 Prozent rPET und 4 Prozent rHDPE. PP und LDPE haben mit 7,0 bzw. 0,3 Prozent einen deutlich geringeren Anteil an unserem Materialmix.

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Der Einsatz von Masterbatches (Farbgranulate) und anderen Additiven macht bei ALPLA nur einen verschwindend kleinen Anteil am Gesamtmaterialverbrauch aus. Diese Zusatzstoffe verändern die Eigenschaften der verarbeiteten Kunststoffe in die gewünschte und erforderliche Richtung. Sie verleihen den Flaschen die gewünschte Farbe, verbessern ihre Schutzfunktion (z. B. Sauerstoffbarriere) oder machen sie gegen Umwelteinwirkungen resistent (z. B. UV-Strahlung).

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Recyclingmaterial

Der Anteil von Recyclingmaterial ist im Berichtszeitraum deutlich gestiegen. 2018 lag der Anteil mit ca. 148 000 Tonnen (recyceltes PET und HDPE) bei 9 Prozent des gesamten Materialeinsatzes. 2020 verarbeiteten wir ca. 144 000 Tonnen recyceltes PET, das sind 16 Prozent des gesamten PET-Verbrauchs. Bei recyceltem HDPE lag der Anteil 2020 bei ca. 65 000 Tonnen, das entspricht 6 Prozent. In Summe lag der Anteil von Recyclingmaterial (PET, HDPE, PP, LDPE) 2020 bei 13 Prozent.

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Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Gängige Kunststoffe werden auf Basis von Erdöl hergestellt – und damit aus einem fossilen und nicht nachwachsenden Rohstoff. ALPLA verfügt aber bereits seit vielen Jahren über Know-how und Erfahrung in der Verarbeitung von Alternativen, wie beispielsweise „Plant PET“ (Coca-Cola). In Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern engagiert sich ALPLA bei der Entwicklung der Materialien bis zur Marktreife. ALPLA ist seit 2013 Teil eines internationalen Konsortiums, das an der Entwicklung des vollständig aus pflanzlichen Rohmaterialien hergestellten PEF (Polyethylenfuranat) arbeitet. 2018 brachte ALPLA Kaffeekapseln aus „Golden Compound green“ auf den Markt. Dieser biobasierte Werkstoff mit Naturfasern aus Sonnenblumenkernschalen ist heimkompostierbar.

Viele alternativen Materialien besitzen hervorragende Eigenschaften. So haben Forschungsarbeiten und Abmusterungen mit PEF gezeigt, dass die Gasbarriere für Sauerstoff zehnmal höher als jene von PET ist. PEF ist zudem sehr gut recyclingfähig. Gerade das Recycling ist für die neuen Kunststoffe ein zentraler Erfolgsfaktor. In Zukunft müssen aufgrund gesetzlicher Vorschriften in der Europäischen Union hohe Recyclingquoten erfüllt werden. Getränkeverpackungen müssen etwa bis 2030 mit 30 Prozent Recyclinganteil hergestellt werden. Diese Regelung kann für den Markteintritt und die Marktdurchdringung neuer Materialien eine Schwelle darstellen. Hier braucht es sinnvolle und vorausdenkende Regelungen, um bisherige Bemühungen und vorzeigbare Ergebnisse nicht zu gefährden.

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