Ökonomie & Technik

Innovation Management – heute an der der Verpackung von morgen arbeiten

 

Wer sich im internationalen Wettbewerb an der Spitze behaupten will, muss Trends frühzeitig erkennen und proaktiv aufgreifen und Innovationen strategisch planen. In den vergangenen Jahren hat ALPLA zahlreiche Aktivitäten im Innovation Management gesetzt und eine lebendige Innovationskultur etabliert.

Das ALPLA Innovationsteam analysiert Trends und befasst sich mit den Bedürfnissen und künftigen Anforderungen von Kunden und Konsumenten. Es setzt dabei auch auf die Expertise von internationalen Trendforschern. Die Zusammenarbeit erfolgt nicht nur interdisziplinär, sondern dank der globalen Präsenz von ALPLA in einem internationalen Netzwerk. Regionale Teams beobachten Änderungen im Konsumentenverhalten, demografische und gesellschaftliche Entwicklungen sowie gesetzliche Änderungen und tauschen ihre Erfahrungen untereinander aus. Das Innovationsteam koordiniert dieses Netzwerk und den Wissensaustausch. Aus den Ergebnissen werden eine Innovation Roadmap und strategische Suchfelder abgeleitet. Die vom Vorstand freigegebene Roadmap enthält alle Themen, mit denen sich ALPLA in den nächsten Jahren auseinandersetzen wird.

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Der Umsatz durch Innovationen wird in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen und im Jahr 2022 1,1 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

„Unser Zugang zu Innovationen ist in den letzten Jahren deutlich aktiver geworden. Neue Verpackungslösungen werden nicht mehr nur nach Kundenanfragen entwickelt, sondern bereits vorrausschauend“, sagt Christian Zmölnig, Director of Corporate Research, Development & Innovation. „Dennoch spielen die Anforderungen unserer Kunden eine zentrale Rolle. Aber auch die Bedürfnisse der Endkonsumenten, die mehr denn je im Blickpunkt stehen, sind für uns wichtig. Schlussendlich sind die aktuellen Entwicklungen in Gesellschaft und Politik wertvolle Entscheidungsfaktoren für mein Team und mich.“

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„Unser Zugang zu Innovationen ist in den letzten Jahren deutlich aktiver geworden. Neue Verpackungslösungen werden nicht mehr nur nach Kundenanfragen entwickelt, sondern bereits vorausschauend.“

Christian Zmölnig, Director of Corporate Research, Development & Innovation

 

 

Strategische Suchfelder & Zukunftstrends


Beispiele für Suchfelder:

  • Neue Märkte erfordern neue Lösungen: Entwicklung von Verpackungen für Schwellenmärkte, die auf das Wesentliche reduziert sind (Frugal Packaging).
  • fossile Ressourcen schonen, neue Materialien zur Marktreife führen: ALPLA arbeitet seit Jahren an der Entwicklung biobasierter Materialien.
  • Neue Gesetze erfordern neue Verpackungslösungen: vorausschauende Anpassung unserer Produkte an neue Vorschriften, zum Beispiel die Entwicklung von Verschlüssen, die an der Getränkeflasche fixiert sind, für Länder der Europäischen Union.


Beispiele für Trends:

  • Kreislaufwirtschaft – Design for Recycling: ALPLA hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 alle Verpackungslösungen zu 100 Prozent recyclingfähig zu gestalten.
  • demografischer Wandel – bei der Gestaltung von Verpackungen auf die Bedürfnisse von Konsumenten Rücksicht nehmen.
  • Trends im Handel: eCommerce und Digitalisierung, aber auch der Schutz vor Produktfälschungen müssen bei der Entwicklung von Verpackungslösungen berücksichtigt werden.
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Wir erhöhen die Anzahl der pro Jahr eingeführten Innovationen ständig, ab 2022 sollen es jährlich drei Innovationen sein.

Aktuelle Innovationen

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Nach der Einführung der 100-Prozent-rPET-Flasche für den österreichischen Mineralwasserproduzenten Vöslauer entwickelte und produziert ALPLA nun eine neue PET-Mehrwegflasche. Diese ist nicht nur nachhaltig, sondern auch leicht, stabil und optisch ansprechend.

PET-Mehrweg weist von allen Verpackungslösungen die beste Ökobilanz auf und verursacht nur 70 Prozent der CO2e-Emissionen von Glas-Mehrweg, wie das unabhängige Beratungsunternehmen c7-consult 2019 ermittelte. Die gemeinsam mit Vöslauer entwickelte neue PET-Mehrwegflasche ist ein gutes Beispiel, wie Nachfrage, Verantwortungsbewusstsein, Innovationsfreude und technologisches Know-how den CO2-Fußabdruck verkleinern können. Bisher waren solche Flaschen zu schwer und optisch wenig ansprechend. Das Mehrwegangebot beschränkte sich nicht zuletzt deshalb auf Glasflaschen. Mit gerade einmal 55 Gramm ist die neue PET-Mehrwegflasche um rund 90 Prozent leichter als die Alternative aus Glas. Allein das reduziert den CO2-Fußabdruck um etwa 30 Prozent.

Die ab dem Frühjahr 2022 im Handel erhältliche PET-Mehrwegflasche besteht zur Gänze aus voll recyclingfähigem PET-Monomaterial mit einem Rezyklatanteil von rund 30 Prozent. Der soll im Laufe der Jahre kontinuierlich gesteigert werden. Mit zwölf Umläufen bleibt die Flasche voraussichtlich rund drei bis vier Jahre im Einsatz. Klimatechnisch lohnt sich die Investition schon beim erstmaligen Einsatz. Bei Vöslauer spart die Einführung von PET-Mehrweg künftig pro Jahr rund 420 Tonnen CO2-Äquivalente ein.

Eine der besten Eigenschaften von The Simple One ist das geringe Gewicht. Die Idee war, so wenig Material wie möglich einzusetzen und trotzdem eine attraktive und funktionale Verpackungslösung zu entwickeln. Im Vergleich zu einer normalen HDPE-Flasche ist The Simple One um bis zu 60 Prozent leichter. Dementsprechend verringern sich die CO2-Emissionen bei der Produktion, beim Transport und selbst nach der Verwendung beim Recycling.

Der Behälter benötigt keinen Verschluss und somit reduziert sich auch dadurch der Materialeinsatz. Zum Versiegeln wird die flaschenähnliche Form verschweißt. Um den Behälter zu öffnen, wird er einfach an der Kante aufgeschnitten. Dadurch verbessert sich auch die Recyclingfähigkeit, da keine unterschiedlichen Materialen in den Kreislauf gelangen.

Aufgrund der beschriebenen Eigenschaften eignet sich diese Verpackung gut für eCommerce, das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis spricht insbesondere Kunden in wachsenden Märkten an.

Mitte November 2018 erhielt ALPLA für The Simple One den Sonderpreis der ARA im Rahmen des Österreichischen Staatspreises Smart Packaging. Die Jurybewertung brachte die Vorteile der ausgezeichneten Verpackungslösung auf den Punkt: „Eine ressourcenschonende, innovative Verpackung, die sich durch sehr hohe Materialreduktion auszeichnet, vielseitig einsetzbar ist, besten Produktschutz bietet und optimal für Wiederverwertung geeignet ist.“

Basierend auf jahrelanger Erfahrung in der Entwicklung von Technologien für die Papierflasche begann die Reise von Paboco bereits 2015 mit einem kleinen Start-up in Dänemark. Im Jahr 2019 wurde das Joint Venture zwischen BillerudKorsnäs und ALPLA mit dem neuen Namen Paboco® the paper bottle company gegründet.

Das Unternehmen hat das Ziel, Teil einer nachhaltigen Lösung für Verpackungen zu sein, indem es auf die Kreislaufwirtschaft mit Papier als Kernstück setzt. Das Papierflaschenprojekt ist eine von Paboco geleitete Innovationsgemeinschaft, in der sich einige der weltweit führenden Akteure in den Bereichen Materialien, Design und Technologie zusammengeschlossen haben; vereint durch die Vision, die weltweit erste vollständig biobasierte und recycelbare Papierflasche in großem Maßstab zu schaffen.

Die Papierflasche wird auf einzigartige Weise implementiert, da ihre technologischen Entwicklungen und die Markteinführung parallel verlaufen.

Dies ist einer der Gründe, warum das Projekt von visionären Unternehmen wie der Carlsberg Group, The Absolut Company, L'Oréal, The Coca-Cola Company in Europa und Procter and Gamble unterstützt wird.

 

"Einen robusten und effizienten Weg zu finden, um die Idee einer nachhaltigen Verpackung für flüssige Güter zu multiplizieren - das ist die Herausforderung, die wir bei Paboco, dem Unternehmen für Papierflaschen, annehmen", so Paboco CTO Florian Müller.

 

Entwicklung der nächsten Generation

Bisher wurde die Papierflasche in einer Pilotproduktion für eine ausgewählte Gruppe von brand owners hergestellt, die die Paboco Paper Bottle Community bilden. Die Flaschen stellen eine erste Generation dar, die Pabocos Herstellungstechnologie für die Steifigkeit und Festigkeit von Papier mit minimalen rPET-Barrieren für die Produktsicherheit verbindet. Während sich diese Flaschen noch in der ersten Produktionsphase befinden, arbeiten Paboco und seine Partner parallel bereits an der Entwicklung einer nächsten Generation von Papierflaschen, die vollständig für den Papierrecyclingstrom bestimmt sind und einen wesentlich höheren Anteil an Papier aufweisen.

https://www.paboco.com/

Nachfüllpackungen für Reinigungsmittel werden immer beliebter. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Sie sind klein und leicht, verbrauchen deutlich weniger Kunststoff, reduzieren den Transportaufwand um bis zu 90 Prozent und ermöglichen die Wiederverwendung von aufwändigen Sprühflaschen. Mit NOW präsentierte ALPLA eine ideale Verpackungslösung für Reinigungskonzentrate, die neben zahlreichen Vorteilen für die Umwelt einen besonderen Mehrwert hat: Die Handhabung ist für den Verbraucher sicher und einfach und macht Spaß.

NOW ist ein absolutes Leichtgewicht. Bei einer Füllmenge von 80 Millilitern wiegt die Verpackung nur 10 Gramm. Das ist etwa die Hälfte im Vergleich zu Konkurrenzprodukten für Konzentrate. Im Vergleich zu Verpackungen für gebrauchsfertige Reiniger spart diese Verpackungslösung sogar mehr als 80 Prozent des Materials ein. Dank des geringen Gewichts und der minimalen Größe reduziert sich auch der Transportaufwand um bis zu 90 Prozent, da auf einem Lastwagen mehr als 200 000 Nachfüllpackungen transportiert werden können.

Zudem wird NOW zu 100 Prozent aus HDPE hergestellt. Die leere Verpackung kann im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne entsorgt werden und ist vollständig recycelbar. Da die Nachfüllpackung kopfüber auf die Reinigerflasche gesteckt wird, findet eine optimale Restentleerung statt. Bei der Herstellung der Nachfüllpackung kann recyceltes HDPE eingesetzt werden: Ein Bottle-to-Bottle-Kreislauf ist also möglich.

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