„Wir arbeiten täglich an Innovationen, um neue Lösungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu finden“

In den letzten Jahren ging der Trend immer mehr in Richtung Kreislaufwirtschaft. Wie wirkt sich das auf ALPLA aus?

Die stärkere Konzentration auf das Thema Kreislaufwirtschaft hat dazu geführt, dass wir als Unternehmen mehr mit allen Teilnehmern der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten und Teil von verschiedenen Initiativen sind. Das Ziel ist dabei immer, neue Lösungen zu entwickeln, die dafür sorgen, dass der Kunststoff länger im Kreislauf gehalten werden kann. Dadurch hat sich auch die Kommunikation verändert: In Form von Social Media, Interviews, TV-Spots oder Podiumsdiskussionen gehen wir seit einiger Zeit deutlich mehr an die Öffentlichkeit. So werden die Endkonsumenten noch gezielter angesprochen und auf die Wichtigkeit der Kreislaufwirtschaft hingewiesen.

Auch die Rahmenbedingungen verändern sich, da die Forderungen und Regulierungen von Seiten der Gesellschaft und der Politik immer umfangreicher werden. Bei ALPLA haben wir schon immer viel Wert auf geschlossene Kreisläufe gelegt. Aus diesem Grund betreiben wir selbst Recyclingwerke, wodurch wir zwei Stufen der Wertschöpfungskette abdecken können. Mit zusätzlichen Aktivitäten in Richtung Abfallmanagement und weltweiten Clean-ups wollen wir einen weiteren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten.

 

Wie verbinden Sie die beiden Aufgabengebiete Strategie und Kreislaufwirtschaft?

Der gesamte Bereich Sustainability mit den drei Schwerpunkten Planet, People und Profit hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kreislaufwirtschaft, die sowohl in der Industrie als auch in der Gesellschaft immer relevanter wird. Daher ist es wichtig und sinnvoll, dies in die Strategie einfließen zu lassen und dem Thema einen großen Stellenwert zu geben. Außerdem tragen wir so zu einer Verbreitung des Themas in den Regionen bei, in denen wir tätig sind.

 

Wie schafft es ALPLA, die Kreislaufwirtschaft in ihr Kerngeschäft zu integrieren?

Wir arbeiten täglich an Innovationen, um neue Lösungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu finden. Ein zentraler Aspekt ist dabei das Thema „Design for Recycling“. Dadurch wird sichergestellt, dass unsere Produkte auch wieder den Weg zurück zu uns finden. Ein großer Vorteil dabei sind unsere eignen, weltweiten Recyclingwerke, die uns mit viel Fachkompetenz unterstützen.

Weitere Schwerpunkte in unserer täglichen Arbeit und Entwicklung liegen in den Bereichen Reduce, Reuse und Replace. Mit Produkten wie der Mehrweg-GDB-Flasche, die Nachfülllösung The Simple One oder der Papierflasche PaBoCo haben wir bereits Schritte in die richtige Richtung gemacht und werden dies auch in den nächsten Jahren weiterführen. Um das Thema Kreislaufwirtschaft sowohl unseren Mitarbeitenden als auch unseren Kunden näher zu bringen, wird im Sommer 2021 ein interaktiver Circular Economy Room im Headquarter in Hard eröffnet.

 

Was sind für ALPLA die besonderen Herausforderungen und Chancen in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft?

Die zentrale Herausforderung liegt sicherlich im schlechten Image von Kunststoff im Allgemeinen. Dies liegt daran, dass Kunststoff viel zu oft dort landet, wo er nicht hingehört – in der Natur. Deshalb gilt es auch, hier Lösungen zu finden, um Littering zu verhindern und den Menschen den ökologischen und ökonomischen Wert von Kunststoff aufzuzeigen.

Große Chancen ergeben sich dabei durch die Konzentration auf eine neue Bewusstseinsbildung, wofür wir bereits eigene Kampagnen gestartet haben. Diese zeigen den Endkonsumenten auf, warum Kunststoff in vielen Bereichen die beste Alternative ist. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei sicherlich, zeitgleich und gemeinsam mit lokalen Behörden Lösungen für das richtige Abfallmanagement voranzutreiben.

Zudem sehen wir bei ALPLA auch die Implementierung neuer Geschäftsmodelle als Chance, wie zum Beispiel die Produktion von Mehrweglösungen.

 

Welche Entwicklung erwarten Sie bis zum Jahr 2030?

Wir erwarten vor allem in der Region AMET und speziell in Afrika ein starkes Wachstum. Dabei gilt es, bestehende Lösungen in Bezug auf Recycling und das Abfallmanagement, die in Europa schon länger umgesetzt werden, auch in diesen Regionen zu implementieren. Zudem wird es eine große Aufgabe sein, auch die Menschen vor Ort dazu zu bringen, Kunststoffe separat zu sammeln und einer Verwertung zuzuführen.

Weitere mögliche Entwicklungen, auf die wir uns vorbereiten müssen, sind neue Verbote und Regulatorien in Bezug auf Kunststoff. Hier gilt es, rasch zu reagieren und neue Lösungen zu entwickeln. Eine große Rolle spielen dabei sicher auch neue Technologien, die zum Beispiel eine sortenreine Trennung der Kunststoffe erleichtern. Dadurch wird es sicher einfacher, verschiedene Kunststoffe zu recyceln und mit Unterstützung aller Beteiligten die einzelnen Schritte des Kreislaufes weiter zu optimieren.

Auch in Bezug auf die globale Erwärmung wollen wir weiter die richtigen Schritte setzen. Dabei konzentrieren wir uns gezielt auf jene Bereiche, die wir direkt beeinflussen können: durch den Einsatz von mehr Recyclingmaterial in unseren Produkten, die Steigerung des Anteils an erneuerbarer Energie in unseren Werken und den schonenden Umgang mit den vorhandenen Ressourcen können auch wir als Unternehmen einen aktiven Beitrag im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung leisten.

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