Ökonomie & Technik

ALPLA als regionaler Wirtschaftsfaktor

In den letzten drei Jahren ist ALPLA insbesondere in der Region „ASIA“, bestehend aus China, South East Asia sowie Indien, und der Region „Afrika, Naher Osten und Türkei (AMET)“ gewachsen. Die Amerikas verzeichneten über die vergangenen drei Jahre einen leichten Rückgang, wobei im letzten Jahr die Wachstumsentwicklung gerade in Nordamerika sehr positiv verlaufen ist. In Zentral- und Osteuropa konnte ALPLA seine Marktposition halten. In Zukunft erwarten wir in den Regionen ASIA und AMET ein hohes Wachstum von jeweils über 10 Prozent jährlich. Unser im Jahre 2018 formuliertes Ziel war es, bis 2022 kontinuierlich jedes Jahr um 3 Prozent zu wachsen. Aufgrund der Corona-Pandemie, diverser negativer Diskussionen, welche das Image von Kunststoff weiter verschlechtert haben, und des gesättigten europäischen Markts konnten wir unser geplantes jährliches Wachstumsziel von 3 Prozent in den Jahren 2019 und 2020 nicht erreichen. Basierend auf den Ist-Werten der letzten zwei Jahre wird bis 2022 nun ein durchschnittliches jährliches Wachstum von etwas über 2 Prozent erwartet. Dabei rechnen wir in den Regionen ASIA und AMET bis 2022 mittlerweile mit einem Wachstum von rund 54 Prozent in Bezug auf das Vergleichsjahr 2018 – es liegt bereits jetzt über dem angestrebten Ziel.

 

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Global wachsen wir bis 2022 kontinuierlich jedes Jahr um 3 Prozent, d.h. bis 2022 sind wir um 12,5 Prozent gewachsen. Dabei wachsen wir in den Regionen Asien und AMET bis 2022 um insgesamt 45 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2018.

„Wir erwarten vor allem in der Region AMET und speziell in Afrika ein starkes Wachstum. Dabei gilt es, bestehende Lösungen in Bezug auf Recycling und das Abfallmanagement, die in Europa schon länger umgesetzt werden, auch in diesen Regionen zu implementieren und etablieren. Zudem wird es eine große Aufgabe sein, auch die Menschen vor Ort dazu zu bringen, den Kunststoff richtig zu entsorgen.“

Christoph Hoffmann, Director Corporate Strategy, Sustainability & Circular Economy.

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Wachstumsregionen

Die Region Africa, Middle East & Turkey (AMET) zählt aktuell zu den größten Wachstumsregionen. Aus diesem Grund hat ALPLA seine Marktpräsenz mit Zukäufen und Kooperationen in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Nachdem bereits 2017 der afrikanische Marktführer für PET-Preforms, PET-Flaschen und Verschlüsse – Boxmore Packaging – akquiriert wurde, begann im Februar 2020 der Bau eines neuen Produktionsstandortes in Lanseria, Südafrika. Mit diesem Werk wird die Basis für ein langfristiges Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit in der Region Subsahara-Afrika geschaffen.

Positiv ist, dass auch das Thema Nachhaltigkeit in dieser Region immer wichtiger wird, wie Christoph Riedlsperger, Regional Director for AMET, berichtet: „Was wir in den letzten Monaten deutlich spüren, ist, dass die Kundenerwartungen gerade im Bereich Nachhaltigkeit immer größer werden, nachdem das Thema in der Region lange Zeit nicht so präsent war. Dass sich das mittlerweile gedreht hat, sehen wir als Unternehmen natürlich positiv.“

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China gilt für viele Branchen als Wachstumsmarkt schlechthin, das gilt auch für die Verpackungsindustrie. Tempo und Flexibilität prägen das Marktgeschehen in dieser Region gleichermaßen: Der Markt ist hochdynamisch, die Konkurrenz groß. Kunden verlangen kurze Entwicklungszeiten, um Produkte rasch einführen zu können. ALPLA setzt dennoch auf nachhaltiges Wachstum. Sowohl der Ausbau bestehender Kundenbeziehungen als auch die Akquisition neuer lokaler Kunden sind wichtige Faktoren.

Die Eröffnung des Competence Centers in Shanghai im März 2016 war daher ein bedeutender Meilenstein für die Entwicklung von ALPLA China. Dieses ist dort das Technologie- und Ausbildungszentrum der Region. Das moderne Technical Center bietet Kunden und Geschäftspartnern im nordasiatischen Raum hervorragende Services: vom 3-D-Design über die Herstellung von Pilotwerkzeugen bis hin zum Kunstharzdruck. Ein Quality Lab und der eigene Werkzeugbau stellen die ALPLA Qualitätsstandards sicher. eCommerce und die hohe Nachfrage nach luxuriösen Kosmetikprodukten sind aktuelle Trends im Konsumentenverhalten.

 

Einsatz von PCR-Kunststoffen

Im Bereich Nachhaltigkeit ist erwähnenswert, dass wir ab 2021 in allen Werken PCR-Werkstoffe einsetzen. Dies ist eine Pionierstellung in China, wo der Einsatz von PCR-Kunststoffen bislang nur bedingt erlaubt ist. Die offizielle Genehmigung für PCR in China war erst nach einem sehr aufwendigen Prozess, der 14 Monate dauerte und zahlreiche Public Hearings beinhaltete, möglich. In Hefei haben wir als erster Converter diesen Prozess erfolgreich durchlaufen. Alle anderen Werke sollten noch 2021 eine offizielle Genehmigung bekommen. Insgesamt sind die Umweltschutz-Anforderungen in China stark gestiegen. Diesen erhöhten Anforderungen kommen wir vollumfänglich nach. Außerdem evaluieren wir auch intensiv Partnerschaften mit Recyclingunternehmen, um hier in Zukunft den Anforderungen unserer Kunden an Recycling in bestmöglichem Maße nachkommen zu können.

Die Region SOEA (South East Asia) ist weiter auf Expansionskurs. In der nahen Zukunft ist ein zweites Werk in Thailand geplant. In Vietnam fokussieren wir uns auf den Norden, Region Hanoi. Auf den Philippinen laufen die Bemühungen für ein „Greenfield-Projekt“.

 

Erstes Recyclingunternehmen in Asien

Auch im Bereich Kreislaufwirtschaft und Sustainability bewegt sich die Region SOEA mit großen Schritten. Im Dezember 2021 startet unser erstes Recyclingunternehmen in Asien (Rayong, Thailand) die Produktion. ENVICCO wird ab 2022 30 000 Tonnen rPET und 15 000 Tonnen rHDPE produzieren und so einen maßgeblichen Anteil an der Reduktion des CO2-Ausstoßes in Thailand haben. Die Verwendung von Rezyklaten nimmt in unseren Produktionsstätten in Thailand, Vietnam und auf den Philippinen zu. So werden bereits mehrere tausend Tonnen Post-Consumer-Recycled-Kunststoff (PCR) pro Jahr verarbeitet.

In Indien geht ALPLA mit einem guten Beispiel voran, wenn es darum geht, ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten. So werden nicht nur junge Menschen eingestellt, sondern unter Berücksichtigung der Vielfalt auch körperlich beeinträchtigte Personen und wirtschaftlich benachteiligte Menschen unterstützt. ALPLA India setzt sich unter anderem auch für Initiativen wie die städtische Forstwirtschaft und soziale Aktivitäten ein.

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Ausblick

Neben dem Ausbau unserer weltweiten Recyclingaktivitäten stehen auch Investitionen in moderne Produktionstechnologien und neue Partnerschaften auf dem Plan. Ein Beispiel dafür ist die Errichtung eines neuen Werkes in Lanseria, Afrika, wodurch unsere Produktionsstätten zu einer Zentrale gebündelt werden. Dies ermöglicht es uns, unsere weltweit gültigen Unternehmensstandards zu implementieren.

In folgenden Ländern akquirierte ALPLA kürzlich diverse Unternehmen, um sein Produktportfolio zu erweitern und weiter nachhaltig zu wachsen:

  • Spanien: Mit dem Erwerb von Bopla S.A., das insbesondere in den Marktsegmenten Kosmetik, Körper und Haushaltspflege tätig ist, verstärkte ALPLA seine Position im spanischen Markt.
  • Indien: Um in der Region Indien weiter zu wachsen, erwarb ALPLA ein Werk von Verpackungsspezialist Amcor zur Herstellung von Preforms für PET-Flaschen in Pune.
  • Slowakei: Mit dem Kauf eines signifikanten Minderheitenanteils am slowakischen Unternehmen Panara a.s. verstärkte ALPLA seine Aktivitäten im Forschungsfeld alternativer, nachhaltiger Rohstoffe für Verpackungen. Panara fokussiert sich auf die Entwicklung vollständig biobasierter und biologisch abbaubarer Kunststoffe.
  • Südafrika: Die Übernahme von Verigreen Packaging – Spezialist für Flaschen und Kanister für Schmierstoffe – am Standort Durban ermöglicht den Einstieg in ein Marktsegment, in dem ALPLA bisher im südlichen Afrika nicht vertreten war. Zudem erzeugt dies Synergien für unsere Bestandskunden sowie Möglichkeiten zur weiteren Diversifizierung des Portfolios.
  • Österreich: Mit der Übernahme sämtlicher Anteile am Verpackungshersteller Wolf Plastics Group mit Hauptsitz in Kammern will ALPLA die Expertise des Unternehmens, insbesondere in der Herstellung von Eimern und Kanistern aus Kunststoff, zur Erweiterung des Produktportfolios nutzen. Mit drei Produktionsbetrieben in Österreich, Ungarn und Rumänien ist Wolf Plastics in seiner Sparte Marktführer in Zentral- und Südosteuropa.
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Zusammensetzung der Managementteams in den Wachstumsregionen

In unseren Wachstumsregionen Asias und AMET (Afrika, Mittlerer Osten und Türkei) haben wir die Managementteams nach ihrer Herkunft untersucht.

Unter lokalen Mitarbeitern (Local) verstehen wir Mitarbeitende, die direkt aus den jeweiligen Ländern stammen. Internationale Mitarbeiter sind Personen, die aus anderen Ländern stammen und vor Ort arbeiten. In den Topmanagement-Teams der Regionen (die sogenannten regionalen Management-Teams) gibt es je nach Region auch internationale Vertreter. In der Region AMET sind dies ca. 50 Prozent des regionalen Management-Teams. Der Grund dafür ist, dass sich das regionale Headquarter im globalen Headquarter in Österreich befindet. In der Region SOEA sind rund 60 Prozent des regionalen Management-Teams lokale Mitarbeiter. China hat ca. 70 Prozent lokale Mitarbeitende im regionalen Management-Team. In Indien besteht das Team inklusive des Regionalmanagers zu 100 Prozent aus lokalen Mitarbeitern.

Das Verhältnis wird auf der Ebene des Plant-Managements noch deutlicher. Nur noch ein sehr geringer Anteil in SOEA (9 Prozent) und AMET (25 Prozent) ist international, der Rest der Management-Belegschaft setzt sich aus lokalen Mitarbeitenden zusammen.

Hierdurch wird deutlich, dass wir versuchen, in unseren Wachstumsmärkten lokal verwurzelt zu sein, und dies durch die Rekrutierung vornehmlich lokaler Mitarbeitender hervorheben. Aufgrund unserer internationalen Ausrichtung ist es betriebswirtschaftlich allerdings notwendig, einen gewissen Anteil in den regionalen Management-Teams mit internationalen Mitarbeitenden zu besetzen.

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